DJ AUSBLICK/Bayer stellt Daten zu wichtigem Augenmedikament vor
von Richard Breum Dow Jones Newswires
DÜSSELDORF (Dow Jones)--Am Sonntag stellt die Bayer AG auf einem Kongress in Boston Daten zu einem wichtigen Augenmedikament in ihrer Pharma-Pipeline vor. Der Leverkusener Konzern veröffentlicht dann endgültige Ergebnisse einer Phase-II-Studie mit dem Mittel VEGF Trap-Eye gegen die so genannte feuchte altersbedingte Makula-Degeneration (AMD). Eine Zwischenanalyse dieser Studie hatte bereits gezeigt, dass das Mittel die Netzhautdicke signifikant verringert sowie die Sehschärfe verbessert.
Nach Einschätzung der Analysten der Investmentbank Merrill Lynch könnte das Mittel in dieser Indikation außerhalb der USA einen jährlichen Umsatz von mehr als 300 Mio bis 400 Mio EUR erzielen. In einer Studie von Dresdner Kleinwort heißt es zudem, das Mittel könne sich zu einem weiteren Blockbuster in der Pharma-Pipeline von Bayer entwickeln.
Der Konzern erforscht den Wirkstoff zusammen mit dem US-Biotech-Unternehmen Regeneron gegen eine Reihe von Augenerkrankungen. Bayer wird das Mittel außerhalb der USA vermarkten, beide Partner teilen sich dabei die Gewinne, und Regeneron hält die Exklusivrechte in den Vereinigten Staaten.
Patienten mit AMD verlieren durch eine krankhafte Gefäßneubildung auf dem Augenhintergrund ihre Sehkraft. Etwa 90% der Erblindungen durch AMD werden durch eine spezielle Form, die feuchte AMD, hervorgerufen, gegen die sich das Bayer-Medikament richtet. Es blockiert gezielt Wachstumsfaktoren und verhindert so, dass sich neue Blutgefäße bilden. Nach Angaben von Bayer ist die feuchte AMD in den USA und Europa die häufigste Ursache für starke Sehbehinderung und Blindheit bei Menschen über 65 Jahren.
Anfang August hatte Bayer eine erste Phase-III-Studie mit dem Medikament gestartet. Sie vergleicht das Mittel mit dem Wirkstoff Ranibizumab, der von dem schweizerischen Pharmakonzern Novartis unter dem Namen "Lucentis" zur Behandlung von AMD bereits vermarktet wird.
"Lucentis" wurde aus dem Krebsmedikament "Avastin" entwickelt, das Augenärzte ebenfalls zur Behandlung von AMD einsetzen. Ein weiteres Konkurrenzprodukt ist "Macugen" von dem US-Konzern Pfizer. Nach Einschätzung von Bayer könnte ein Vorteil von VEGF Trap-Eye sein, dass es weniger häufig angewendet werden muss als Wettbewerbsprodukte - das ist wichtig, da die Mittel in das Auge injiziert werden müssen.
- von Richard Breum, Dow Jones Newswires, +49 (0) 211 - 13872 15, Richard.Breum@dowjones.com DJG/rib/brb
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September 30, 2007 04:00 ET (08:00 GMT)
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